Ålands Geschichte ist eng mit den Machtkämpfen der Ostsee verwoben. Die strategische Lage der Inseln — mitten auf der Seeroute zwischen Stockholm und St. Petersburg — gab ihnen eine Rolle in der nordischen Geschichte, die im Verhältnis zur Größe der Inseln unverhältnismäßig groß ist.
Burg Kastelholm
Burg Kastelholm ist Ålands meistbesuchtes historisches Ziel. Die Burg wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut und diente im Mittelalter als eine der wichtigsten Festungen der schwedischen Krone in der Ostseeregion. Sie fungierte als Verwaltungszentrum für Åland und die Inselgebiete weiter in finnischen Gewässern.
Die Burg wurde mehrfach umgebaut und restauriert und ist heute gut erhalten. In der Sommersaison werden geführte Touren und verschiedene kulturelle Veranstaltungen abgehalten. In der Nähe befindet sich das Freilichtmuseum Jan Karlsgården — eine Rekonstruktion eines traditionellen åländischen Bauernhofs aus dem 19. Jahrhundert, einen Besuch in Kombination mit der Burg wert.
Kastelholm liegt ca. 25 km nordöstlich von Mariehamn an der Hauptstraße 2, leicht mit dem Rad oder Auto erreichbar.
Bomarsund — russische Festung und europäische Geschichte
Die Befestigungsanlagen von Bomarsund sind eines der faszinierendsten historischen Ziele Ålands, wenn auch erheblich fragmentierter. In den 1830er Jahren begann das Russische Reich — das Finnland und damit Åland seit 1809 kontrollierte — mit dem Bau eines massiven Festungskomplexes bei Bomarsund im östlichen Åland.
Die Absicht war, eine starke Basis für die russische Ostseeflotte zu schaffen. Aber die Festung wurde nie fertiggestellt. Im Krimkrieg 1854 erschien eine britisch-französische Flotte und bombardierte den Komplex in Schutt und Asche. Es war eine der einzigen Operationen des Krieges in der Ostsee.
Heute säumen dramatische Ruinen das Ufer — dicke Granitmaue als Zeugen des ehrgeizigen Projekts. Schilder und Informationstafeln am Ort geben ein klares Bild des Geschehens.